Ich bin letzten Herbst zum ersten Mal mit einem Korb in den Wald gegangen. Bewaffnet mit einer App, einem alten Bestimmungsbuch und dem festen Vorsatz, nichts Giftiges zu essen.
Langsam werden
Das erste was ich gelernt habe: Pilze suchen zwingt zur Langsamkeit. Man kann nicht einfach durch den Wald spazieren und dabei Pilze finden. Man muss schauen. Richtig schauen. Den Blick auf Augenhöhe mit dem Waldboden bringen, unter Blätter sehen, Licht und Schatten lesen.
Nach zwanzig Minuten hatte ich einen anderen Gang. Ruhiger. Aufmerksamer.
Die ersten Funde
Ein Maronenröhrling. Dann noch einer. Ein Moment echter Freude, unverhältnismäßig groß für einen kleinen braunen Pilz.
Was ich nicht erwartet hatte: das Gefühl, etwas zu sehen, das vorher unsichtbar war. Der Wald war derselbe — aber plötzlich voller Zeichen.
Was eine App kann und was nicht
Die App hilft bei der Ersteinschätzung. Aber verlassen sollte man sich nie allein darauf. Pilze sind variabel — Farbe, Form und Größe ändern sich mit Alter, Feuchtigkeit und Standort. Im Zweifel lieber stehen lassen.
Was die App nicht kann: das Gefühl vermitteln, wenn man einen Steinpilz aus dem Moos zieht. Das muss man selbst erleben.
Empfehlung für Einsteiger
Geht mit jemandem der es kann. Eine geführte Wanderung mit einem Pilzkundigen ist besser als jedes Buch. Und dann: einfach rausgehen. Der Wald ist geduldig.